Luschien
(zu faul zu Lesen? - höre hier!)
Silvo Morgenstern, weise und gerecht, zog nach Nordosten und gründete Luschien. Ein seltsames Land ist Luschien, denn dort scheinen teilweise die Grenzen zwischen den Welten zu verschwimmen, und so verwundert es nicht, dass Silvo der erste war unter den Bären den man einen Magier genannt hat. Und in Luschien gibt es viel, was es nirgendwo sonst gibt auf der Welt. Die Magier bauten dort den Braunen Turm, und dort lehrten sie ihre Kunst den Kindern Bärocks.
Weitere Informationen:
Artikel im Bärocker Boten
(Sommer-2006, Seite 3)
Aus dem Bärocker Boten:
Aus den Provinzen:
Geheimnisvolles LuschienSchon seit alters her ranken sich Sagen und wundersame Geschichten um unsere nordöstliche Provinz Luschien, und man erzählt sich, dass hier sowohl die schönsten Träume wie auch die schlimmsten Albträume wahr werden
können. Doch keine Furcht, werter Leser, unheimlich ist nur das Unbekannte, und so will ich Euch mit meiner Heimat bekannt machen, auf dass für Furcht kein Anlass mehr besteht. In der Hitze des Sommers ist wohl die schönste Jahreszeit, eine kleine Reise durch Luschiens
liebliche Landschaften zu unternehmen.
Stromaufwärts des kühlenden Brückbie-Flusses erfreuen uns liebliche Auen voller leuchtender Blumen. Schillernde Goldforellen tummeln sich im Fluss, und wer will, kann sich in der Herberge zur Üppigen Nixe bewirten lassen. Die Legende besagt, dass hier einst eine goldhaarige Nixe jeden stattlichen Wanderer neckte, und noch heute stürzen sich wagemutige Heißsporne in das kühle Nass, um die Schöne auf sich aufmerksam zu machen. Vielleicht aber auch, um die Schmuckstücke aus dem Fluss zu fischen, mit denen so mancher Narr versucht, die Nixe anzulocken.
In der Ferne ragen schon die Berge auf, in denen der Braune Turm auf unseren Besuch wartet. Hier findet Ihr die wohl interessanteste und umfangreichste Bibliothek in unserem Lande, und die Diener Urs und Uhlas werden Euch dort freundlich willkommen heißen. Erholt Euch in Ruhe hinter den kühlen Mauern des uralten Klosters, kostet das erfrischende Turmbräu, und wenn ihr Glück habt, könnt Ihr bei einem Spaziergang durch die lichten Wälder vielleicht sogar einen Blick auf die liebreizende Baumfrau erhaschen, die – anders als die Üppige Nixe, tatsächlich erst vorletzten Winter gesichtet wurde.
Vielleicht könnt Ihr Euch von hier aus einer Gruppe Reisender anschließen, um nach Norden in die Hauptstadt Ramsching weiterzuziehen. Fremden kann ich nicht dazu raten, alleine durch die schroffen Felsen der Lusch, wie das Gebirge genannt wird, zu reisen. Schon so mancher Wanderer wurde durch das hier nicht selten auftretendes Weltenflimmern abgelenkt und stürzte zu Tode. Und nicht jeden Verschwundenen fand man, sei es, weil die großen Bergkatzen ihn fraßen oder ihn etwas Anderes mit sich nahm.
Seid auf der Hut und irrt nicht ab vom Weg! Sobald Ihr den letzten Pass, den Flimsig, überwunden habt, öffnet sich vor Euch weites Grasland, das sanft im Sommerwind schaukelt. Der Weg nach Ramsching ist gesäumt von alten Ruinen, um die sich geheimnisvolle Geschichten ranken, die man Euch in jeder Taverne gerne erzählen wird.
Erwähnenswert ist besonders der alte Uhla-Tempel, in dessen verwittertem Altarstein eine riesige Bärentatze zu sehen ist. Hier erschien Uhla dem Silvo Morgenstern, und noch heute finden an Feiertagen rauschende Feste am alten Tempel statt.
In Ramsching angekommen werdet Ihr feststellen, dass sich viele Magiekundige und Magieinteressierte auf den Straßen tummeln. Auf keinen Fall solltet Ihr die regelmäßigen Turniere der magischen Künste verpassen, die von der Ramschinger Universität veranstaltet werden. Auf den Märkten und in den Läden werden prächtige Stoffe und Gewänder feilgeboten, Amulette und anderer Schmuck funkeln Euch entgegen, Wahrsager bieten ihre Dienste an, doch seid gewarnt, der eine oder andere Taschendieb und Hochstapler wird auch versuchen, Euch die Münzen aus der Tasche zu ziehen.
Empfehlen kann ich Euch, die Herberge zum Blauen Blitz aufzusuchen, in der es nicht nur günstige Unterkunft und hervorragendes Essen gibt, sondern in der auch jeden Abend neben Musik und Tanz ein Herold verkündet, welche öffentlichen Spektakel in den nächsten Tagen veranstaltet werden.
Ich wünsche euch viel Vergnügen!
Amanthea Tharis
Anmerkung der Redaktion:
Aus gegebenem Anlass raten wir dringlich von Reisen nach Luschien ab, solange uns gehäuft beunruhigende Berichte über stärker werdendes Weltenflimmern, wie die Autorin es nannte, und Übergriffe auf Reisende und Anwohner zukommen. Eine Untersuchung ist bereits eingeleitet.

