Nema
Hallo, mein Name ist Nema. Ich stamme aus dem Volk der Meeresbewohner, von dem ihr bisher bestimmt noch nicht viel gehört habt. Mein Volk lebt sehr zurück gezogen am Meeresgrund. Leider weiß ich nicht mehr viel über sie, denn hier ist meine Geschichte: Ich war eine äußerst neugierige Meerjungfrau. Dies ist in meinem Volk sehr ungewöhnlich, da uns in unserer langen Geschichte von Menschen nur Leid zugefügt wurde und wir deswegen schon fast vergessen unser Leben am Meeresboden fristeten. Es war schon ein großes Zugeständnis, dass ich mit meinen 35 Nixenjahren das Handwerk des Juweliers erlernen durfte, denn das ist der einzige Beruf in meinem Volk, bei dem man die schützende Lebensgemeinschaft verlassen darf, um nach geeigneten Muscheln und anderen wertvollen Dingen zu suchen, die man zu Herstellung von Schmuck braucht. Ich war wie gesagt sehr neugierig und ich glaubte auch die Geschichten über die Brutalität der Menschen nicht. So schwamm ich bei einer meiner Muschelsuchen an die Meeresoberfläche, als ich dort – wie ihr Menschen es nennt – ein Schiff sah. Und tatsächlich konnte ich einen Menschen sehen, er trieb leblos im Wasser. Ich konnte ihn nicht sterben lassen und so brachte ich ihn in die Nähe seines Schiffes.Da wir Meeresbewohner mit den Fischen kommunizieren können, blieb dieses meines Erlebnis nicht unentdeckt. Weil ich gegen das höchste aller Gesetzte verstoßen habe – Kontakt mit einem Menschen haben – wurde ich von meinem Volk verbannt. So musste ich mich an ein Leben an Land mit Beinen, aber ohne einen großen Teil meiner Erinnerung, denn der wurde mir genommen, damit ich das Meervolk nicht verraten kann, gewöhnen. Artox – als Kapitän des Schiffes – nahm mich in der Anfangszeit unter seine Fittiche und brachte mich zu den Bären, wo er mich gut aufgehoben fühlte. Um das menschliche Leben unauffällig kennen zu lernen, leiste ich dort seit etwa 12 Monden die verschiedenste Arbeiten. Das einzige, was mir bei den Bären nicht gefällt, ist die Tatsache, dass sie Fisch essen. Ich verstehe auch nicht die Gewalt mit der die Menschen auf dem Land leben müssen. Das Meervolk ist sehr friedfertig, und so auch ich. Meine einzige Waffe, ein kleiner Dolch, benutze ich sehr ungern und nur, um mein Leben oder das derer, die sich meiner angenommen haben, zu verteidigen.

