Neues aus den Bärocker Landen
01.07.2008
Bärock: Die Hüfner - die freien Bauern Bärocks
Hüfner
Besonders häufig in der Fleischau lebten die freien Bauern (Hüfner) eines Dorfes in einer Genossenschaft und betrieben Dreifelderwirtschaft.
Alle Bauern zusammen besaßen die sogenannte Allmende, d. h. Anrechte an Waldgebieten, evtl. vorhandenen Weiden sowie Wassergebieten des Dorfes.
In Bärock versteht man unter der Dreifelderwirtschaft, dass im jährlichen Wechsel zwei der drei Gewanne mit Sommer- und Wintergetreide bestellt wurden, während das Dritte brach lag und dem Vieh zur Weide dient.
Jedes der Gewanne ist in so viele Streifen geteilt, wie es im Dorf Hufen gibt: besitzt ein Bauer zwei Hufen, wie es die Regel ist, so verfügt er über zwei Streifen im Gewann. In der Fleischau haben die meisten Dörfer zwischen 40 und 70 Hufen.
Abgaben
Die meisten Bauern haben bei der Ansiedlung ihr Land nicht als freies Eigen, sondern als ein Gut, das vom Grundherrn zu Erbzinsrecht vergeben wurde. Dadurch befinden sich Hof und Hufe im erblichen, aber nicht teilbaren Besitz des Bauern. Dafür sind dem Grundherrn von der Hufe der Grundzins zu entrichten (dieser variiert je nach der Güte der Bodenverhältnisse, beträgt aber meistens 2 Silbermünzen).
Außerdem muss als allgemeine Landessteuer die Bede entrichtet werden. Als besonderer Anreiz zur Ansiedlung in der Fleischau erhalten die Siedler von den Grundherren sogenannte Frei-, also abgabefreie Jahre (in der Regel sieben). Die Hufenbauern sind persönlich frei und nicht zu Fronarbeit auf grundherrlichen Eigenwirtschaften verpflichtet, was einerseits ein starker Anreiz für die Ansiedlung in der Mark ist, aber auch zur Folge hat, dass die Hufenbauern Dörfer mit wenig ertragreichen Böden wieder verließen und sich andernorts niederließen (dies führt zur sogenannten "Wanderung" von Ortsnamen).
So kann es passieren, dass Dörfer in völlig verschiedenen Regionen Bärocks den gleichen Namen tragen.
Landwirtschaftliche Produktion
In den Dörfern Bärocks wird die Pacht im allgemeinen in Form von Getreide entrichtet, vor allem in Roggen, aber auch Hafer und Gerste. Die Getreideproduktion muss dementsprechend den Eigenbedarf des Bauern decken, für das nächste Saatgut reichen und die Naturalrente an den Grundherren erbringen. Zusätzlich wird auch für die großen Städte wie z.B. Rawaldingen und natürlich Bärock-Stadt erwirtschaftet, denn in den Provinzen Fleischau ist der Boden besonders ertragreich. In den anderen Provinzen gibt es zwar viele, aber nur kleine Höfe, die nicht alleine die Marktproduktion erwirtschaften können. Da Bede und Zins fast immer in Geld zu entrichten sind, verkaufen die Bauern Getreide, um Geld zu erhalten, und sich so an der bärocker Getreideproduktion beteiligen. Dass die Fleischauer Wirtschaft auf die Getreideproduktion fixiert ist, sieht man auch aus der großen Anzahl der Wasser- bzw. Windmühlen. Es herrscht Mahl- oder Mühlenzwang, d. h. die Einwohner eines oder mehrere Dörfer müssen ihr Getreide in bestimmten Mühlen zu mahlen. Ursprünglich hatten die Verwalter der Provinzen das Recht, den Mühlenzwang zu verleihen, und er sollte die hohen Kosten decken, die Bau und Unterhalt von Mühlen verursachten, die bereits vor den letzten Kitzkriegen technisch sehr aufwendige Anlagen darstellten.
Als Sonderform der Agrarproduktion ist die Zeidelei (Imkerei) zu sehen. Nach alten Unterlagen mußten bestimmte heiden- bzw. waldreiche Gebiete in Bärock pro Jahr bis zu 3 Tonnen Honig im Wert von 80 Küpfermünzen liefern. Da der ein wichtiges Süßmittel ist, ist er daher sehr wertvoll. Auch der Rebenanbau und die Weinproduktion ist in manchen Fleischauer Gebieten erfolgreich, jedoch gibt es nicht genügend geeignete Gebiete, als dass die Fleischau genügend Wein für den Handel herstellen könnte.
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