Der Anfang


Am Anfang waren das Bier und die zwei Bären Und die zwei Bären die da waren Urs und Uhla schieden die Welt in Obergäriges und Untergäriges. Urs ist sein Name und er ist die Kraft der Bären, der Schwarze Bär der wachet über die Ordnung der Welt. Seiner ist der Weg des Guten, des Edelmuts und der Barmherzigkeit. Urs ist das Licht. Schwarz ist sein Fell.
Uhla ist ihr Name und sie ist die Macht des Zweifels und des Wankens. Hüterin des Chaos und Mutter des Bösen. Ihr Weg ist der des Eigennutzes, der Gier und der Niedertracht. Uhla ist die Dunkelheit. Weiß ist ihr Fell.
Gemeinsam sind sie der Ursprung der Welt und der Quell allen Lebens denn von ihnen und nur von ihnen geht alles aus was denn kreucht und fleucht in der Welt. Und sie schufen auch das Bier welches ist der Saft der Kraft und das Blut des Sternenhimmels. Und sie sahen, dass sie gut waren.

Doch niemals einig waren sich die Urbären und immer zankten sie sich ob des Bieres und des Rechtes, und wann immer sie sprachen so sprachen sie gegeneinander und lagen im Streit. So kam es denn dass sie sich hassten bis auf Blut und Knochen und sie verfluchten sich und zerstörten gegenseitig ihre Schöpfungen woraus so manche verkrüppelte und verfluchte Kreatur erwuchs deren Nachfahren noch heute die Erde bevölkern. Und der Hass war stärker als jede andere Macht der Welt.

Aber der Schatten existiert nur dank dem Licht und ohne Chaos macht die Ordnung keinen Sinn. Und so stellten Urs und Uhla fest dass sie zusammengehörten wie Schwarz und Weiß und sie kamen zusammen und liebten sich denn nichts waren sie ohne den Anderen. Groß war denn nun ihre Erkenntnis über sie selbst und sie beschlossen den Rest aller Zeiten in dieser Paarung zu verbringen und täglich liebten und hassten sie sich aufs Neue und zeigten keine Scheu beide Gefühle intensiv auszuleben. Gemeinsam vervollständigten Urs und Uhla mit allen Vor- und Nachteilen der Zusammenarbeit ihre Schöpfung. Und so kam es dass sie vieles gemeinsam erschufen doch noch mehr gegeneinander in die Welt setzten. Doch die Krönung ihrer Schöpfung war die Frucht ihrer Lenden.

Odo nannten sie ihn und der Erste vom Blute des Bären war er.

Alle Eigenschaften von Mutter und Vater trug er in sich und er trug sie mit Stolz wie er sie noch heute trägt. Schwarz ist der Vater und Weiß die Mutter, Braun wie die Erde ist sein Fell am Tag, doch Silbern wie die perfekte Einheit aus Schwarz und Weiß schimmert es im Licht der Sterne. Und Odo der Erste, der Eine, der Mächtige, stieg herab von den Sternen und war nun der erste Bär zu wandeln auf den Festen der Erde. Mit diesem Moment begann das erste Zeitalter der Bären, das Alter des Wachstums, der Frühling der Bären. Und der Fels den Odo als ersten Flecken festen Boden berührte ist der Fels des Bären, der Bärock, der heute längst nicht mehr ist aber das Land und die Stadt die um diesen Fels gewachsen sind tragen noch heute den Namen des Felsens. Und Odo der Erste sprach: "Dies ist der Fels Bärock und um ihn herum will ich bauen mein Haus, meine Stadt und das Land aller Bären!"

Lange Zeit war Odo alleine und mühsam baute er seine erste Hütte in Bärock wie das Land nun hieß und er sehnte sich sehr nach Gesellschaft. Aber Urs und Uhla hatten mehr geschaffen als nur einen Bären denn nach und nach kamen von überall im Land Bären zu Odo. Und Odo wurde der Vater aller Bären denn er nahm alle an Kindesstatt an und von nun an waren alle Bären die Söhne und Töchter des Ersten, die Kinder Odos. Kleinere Bären, schwächer auch als er doch Bären waren sie alle und es waren die ACHT stärksten unter ihnen die er auswählte und zu seinen Hauptleuten machte. Und fleißig bauten sie nun an der Stadt Bärock und erst waren es nur Holzhütten doch hart arbeiteten sie und das Bärenvolk mehrte sich und nach Jahren hatten sie breite Wälle aufgeschüttet, starke Mauern errichtet und hohe Türme gebaut um zu zeigen dass Bärock ein sicherer Hort sei für alle diejenigen die der Kälte der Welt entkommen wollen.


Und als dann die Bären waren zahlreicher als je zuvor und Bärocks Festen stark so sprach Odo zu seinen Hauptleuten: "Nehmet Weib und Kind, Sack und Pack und ziehet hinaus ins Land in alle Richtungen. Geht ein paar Tagesmärsche und lasst euch dann nieder. Dort sollt ihr bauen eure Stadt und euer Land welches sollen werden die 8 Provinzen Bärocks!" Und die Hauptleute zogen los in das Land Bärock und suchten sich neue Ländereien.
Oettmar zog nach Südwesten und dort wo er sich niederließ entstand Oetten. Karl welcher war der stärkste von Odos Kindern ging nach Süden und sein Land heißt heute Fleischau. Kalendor ging nach Südosten und die Kalendret wird sein Land noch heute genannt und Kalendors Name ist noch heute der Titel den sein Hauptmann führt. Genauso war es mit dem ersten Eoh welcher direkt bei Bärock Eohwig gründete und noch heute herrscht dort ein Eoh. Der mit dem silbernsten Fell welcher war einer von Odos Lieblingen ging nach Nordosten und gründete dort Luschien welches später intensiven Kontakt mit dem Silberland im hohen Nordosten aufnahm. Der kleinste und zäheste Bär zog in den hohen Norden und sein Volk mischte sich mit dem der Zwerge. Da er immer sehr stürmisch war nennt man sein Land noch heute Sturmland. Nahe im Westen wurden noch die Länder Jaruk und Katanik gegründet. Ihre Geschichte ist zwar nicht weniger glorreich als die der Anderen doch ist sie kaum überliefert so dass wir noch heute wenig wissen über die Vergangenheit der westlichen Provinzen. Und Bärock war gewachsen wie Gras auf einem öden Hügel und Bärock begann zu blühen. Aus Odos Hütte war ein Land geworden mit einer lebendigen Hauptstadt und ACHT Provinzen. Bärock wuchs weiter.


Nun war seit Odos Ankunft ein halbes Jahrtausend vergangen und in die Tausende ging die Zahl der Bären, alte Inschriften berichten von ACHT Tausend Bären. Da sprach Odo: "Ich verlasse euch nun."
Und der Schrecken legte sich auf die Gesichter der Bären und sie sprachen: "Odo, Vater, warum willst du uns verlassen?" Odo entgegnete ihnen: "Sehet her meine Kinder. Ich war nie dazu ausersehen für ewig auf dieser Erde zu wandeln. Ich sollte nur den Grundstein für diese große Land Bärock legen. Ich bin schon viel zu lange geblieben weil es mir so gut gefällt in dem Land das wir gemeinsam geschaffen haben. Doch nun ist meine Zeit gekommen. Aber seid nicht traurig denn in euren Herzen bleibe ich auf ewig bei euch. Und wenn ein Bär mir folgen will so weise euch mein Stern den Weg. Doch bevor ich gehe möchte ich euch noch weisen wie das Land regiert werden soll. Der Rat der Hauptleute soll wachen über Friede und Recht in Bärock und die Bären sollen wählen einen König der sie anführt und er soll tragen 4 Insignien aus jeweils zwei Teilen welches sind ACHT Symbole der Regentschaft. Und nun meine Kinder werde ich gehen und ihr bleibt mir im Herzen und in ewiger Erinnerung." So verabschiedete sich Odo und ging nach Norden. Und dort wo er hinter dem Horizont verschwand stieg ein Stern auf und verharrt seit dem im Norden und viele nennen ihn heute Nordstern doch für uns wird er sein Odos Stern für jetzt und immerdar. So endete das erste Zeitalter Bärocks.


Das zweite Zeitalter


Die Bären vermissten Odo sehr doch sonst gab es keinen Grund zu trauern. Bärock befand sich in der frischen, kräftigen Blüte des Frühlings und strebte einem goldenen Sommer zu. Doch was mit Odo gelang war ohne ihn viel schwieriger. Die Bären wählten einen weisen und starken König, Beorn war sein Name. Doch selbst Beorn gelang es nicht immer das Blut von Urs und Uhla im Gleichgewicht zu halten und so geschah es dass der Weg Uhlas übermäßig um sich griff. Der Bärgermeister Bärocks, dessen Name inzwischen aus den Geschichtsbüchern getilgt ist, war selbst für den Posten den er inne hatte ein sehr mächtiger Bär. Stark und reich war er und gewohnt zu bekommen was er wollte. Nun ging er zum König und forderte Beorn möge ihn zum Hauptmann machen und ihm eigene Ländereien zugestehen. Und er gründete die Stadt Hirschingen im Lande Kitzaid, weit im Osten Bärocks. Er nannte diese Städte so weil er das Rotwild liebte und deswegen nannte man ihn auch den Kitz-Mann. Er verließ seinen Posten als Bärgermeister und ging mit seinen Getreuen nach Kitzaid, von wo aus er seine Position weiter ausbaute und seine Forderung nach dem Titel eines Hauptmannes bekräftigte. Doch je weiter er weg zog von Bärock und je mehr seine Anerkennung bei den anderen Bären schwand umso größer wurden sein Zorn und sein Hass. Und als ihm Beorn endgültig den Hauptmannstitel versagte und ihn aufforderte nach Bärock zurückzukommen und die Schleifung Hirschingens androhte da schwor der Kitz-Mann tausend böse Flüche gegen die Bären und viele seiner Gefolgsleute hinderte er mit Gewalt, Drohungen und faulem Zauber daran zum richtigen Weg zurück zu finden. Er heuerte fremde Söldner an aus anderen Ländern und züchtete Ungeheuer in den Höhlen Hirschingens. Und da er Angst hatte um sein eigenes Leben und den Körper eines Bären für zu schwach hielt ging er Bündnisse mit finstersten Mächten ein. Diese halfen ihm seinen Körper nach seinem Willen zu formen und er wurde stärker noch und unverwundbar gegen die meisten Waffen und ihm wuchsen Hörner aus dem Kopf und manchmal sah man das Fell eines Hirschen an ihm.

Mit Geld und Gewalt konnte er die Zahl seiner Schergen erhöhen so dass Beorn sich irgendwann eingestehen musste dass aus dem Streit ein Krieg geworden war. Denn ein feindliches Heer lag innerhalb der Grenzen Bärocks und es schien nur eine Frage der Zeit bis der Kitzmann in seiner blinden Wut dieses Heer auf Bärock marschieren lassen würde um sich an Beorn zu rächen und an all jenen die ihn nicht unterstützt hatten. Der König rief die Hauptleute zu sich doch es gelang ihnen nicht einen Weg zu finden wie man ohne Blutvergießen den Konflikt beenden könne. Nun beschlossen sie das erste Heer Bärocks aufzustellen um die Stadt beschützen zu können an dem Tag der den Angriff des Kitzmannes bringen würde. Dieser Tag kam und er ging ein in die Geschichte als die dunkelsten Stunden Bärocks denn der Kitzmann kam mit seinen Schergen, finsteren Gestalten und allerley Viechzeuch. Die erste Angriffswelle auf die in den Flussauen vor Bärock stehenden Bären wurde noch unter schweren Verlusten abgewiesen doch die Kitzmänner waren einfach zu viele. Kämpfend zogen sich die Bären zurück nach Bärock und schlossen sich in ihrer Stadt ein.

Jahrelang belagerte der namenlose Gehörnte die Stadt. Zwar gelangen immer wieder Ausbrüche und kurzzeitige Unterbrechungen des Belagerungsringes doch blieb die Macht des Kitzmannes ungebrochen. Da die Stadt Bärock dem Heldentod unter dem Ansturm des Kitzmannes nahe war sah Beorn nur noch die Möglichkeit nach Hilfe von außerhalb. Er rief die Sterne, den heiligen Odo so wie Urs und Uhla um Hilfe an. In größter Gefahr war das Blut des Bären und so sandten ihm Urs und Uhla einen Wink des Schicksals. Im Traum zeigten sie ihm ein Wäldchen nahe der Stadt zu dem er sich begeben solle. Dort fand er versteckt zwischen Felsblöcken ein Portal. Die Stimme des Bären die zu ihm im Traum gesprochen hatte ertönte am hellen Tag und sprach: "Beorn, fürchte dich nicht! Tritt in das Portal und du wirst die Hilfe bekommen die die Bären brauchen!" Und Beorn aber verzagte nicht sondern schritt durch das Portal und trat ein in die Welt der Feen. Dort erlebte er die wunderlichsten und schönsten Dinge. Was genau dort vorging bleibt auf immer sein Geheimnis, doch er trat wieder aus dem Portal mit einer kleinen, aber starken Gruppe mächtiger Feen. Und die Feen legten eine Furcht auf die Schergen des Kitzmannes so dass diese Angst bekamen und in alle Richtungen davonrannten. Den Kitzmann selbst aber belegten sie mit einem Zauber der ihn band und an der Flucht hinderte.

So hielten denn die Bären Gericht über den Kitzmann denn eine gerechte Strafe solle ihn überkommen. Es ist das Gesetz Odos dass kein Bär nehme das Leben eines andern Bären so auch nicht das eines Mörders auch wenn er hunderte getötet hat. Und so bleibt für den Kitzmann nur die Strafe mit der alle Mörder bestraft werden: Die Einkerkerung bis ans Ende seines Daseins.
Das Gericht der Bären entschied aber dass kein Kerker dieser Welt stark und tief genug sey um der Macht des Kitzmann zu widerstehen. Kein irdisches Behältnis könne diesen Körper aufhalten. Und so baten die Bären ihre neuen Freunde aus dem Reich der Feen den Körper und die Seele des Kitzmannes für jetzt und immerdar mit in ihre Welt zu nehmen. Es geschah wie es der Wunsch des Hohen Gerichts der Bären war und der Kitzmann wurde in magischen Fesseln von den Feen durch das Portal gebracht. Das Portal aber dessen Macht den Bären so unbekannt und doch vertraut war aber wollten sie nicht schutzlos wissen. Und so errichteten die Bären eine neue Festung rund um das Portal, und sie schlugen Höhlen in die Felsen beim Feentor. Dann bauten sie die Stadtmauer weiter, so dass die Festung ein Teil der neuen Stadtmauer wurde und zwischen der Feste und der alten Stadt entstanden neue Häuser für diejenigen deren Häuser in den Ostlanden niedergebrannt wurden von den Kitzschurken. So endete der erste Krieg gegen den Kitzmann.
Verödet waren weite Landstriche im Osten. Denn auch wenn es nicht der Wille des Gehörnten war die Lande Bärocks zu verwüsten, so zogen seine Meuten doch plündernd, mordend, raubend und schändend durch das Land der Bären und viele Jahre noch kämpften die Bären mit den šberresten des Kitzmann-Heeres. Doch zogen die Jahre ins Land und langsam heilten die Wunden. Große Gebiete im Osten und Süden blieben zwar unsicher, doch konnten die Bären einige befestigte und bewachte Straßen bis zu ihren Grenzen anlegen und so regen Handel treiben. Besonders der von Luschien aus geknüpfte Kontakt mit den Silberländern erwies sich als sehr einträglich. Güter wurden gehandelt, Wissen ausgetauscht und Freundschaften geschlossen. Lange Zeit währte weitgehend Friede in Bärock, doch war das Land nicht mehr dasselbe wie vor dem Verrat des Kitzmanns. Es fühlte sich so an als hätte vor allem die Seele Bärocks gelitten, und die Bären waren nicht mehr so glücklich und unschuldig wie vor dem Krieg.

Trotzdem blieb Bärock im Großen und Ganzen stabil, und das Leben und die Zeit zogen dahin wie ein Fluss. Doch in den Silberlanden passierte etwas Schreckliches. Schatten kamen ins Land gekrochen und überzogen es mit Pest und Tod. Jäh brach der Kontakt mit Silberland ab, und der Krieg gegen die Schatten ist nur bruchstückhaft überliefert. Hart war er, grausam und lang. Von den Bären die als Freiwillige auszogen um unseren Freunden zu helfen kehrten nur wenige zurück. Und einige von jenen sprachen nie wieder ein einziges Wort sondern grämten sich Tag und Nacht und wurden des Lebens und des Bieres nicht mehr froh. Die Schatten machten sich zwar nicht im Land der Bären breit, dafür aber in ihren Herzen. Der König machte sich Gedanken und befahl ein großes Fest um die Stimmung im Lande zu heben durch das Heben von Krügen. Und so geschah es das die Bären feierten und tranken als gäbe es kein Morgen. Und für viele Bären gab es diesen auch nicht. Denn zu hunderten erwachten sie nicht mehr am nächsten Morgen sondern waren für immer entschlafen und noch heute spuken ihre Geister durch die Ruinen der Feste und das umliegende Land. Die Magier und Priester der Bären stellten fest dass ein Grossteil des Bieres für dieses Fest vergiftet worden war und nur die kräftigsten der Bären waren mit dem Leben davongekommen. Als die Bären dies feststellten erhoben sich große Klagen und die Bären weinten um ihre Brüder und sangen Klagelieder. Doch die Zeit für die Trauer war knapp bemessen denn noch am selben Tag fielen erneut wilde Horden ins Land Bärock ein und begannen sofort einen Sturm auf die Stadt. Geschickt hatten sie den Angriff vorbereitet, ihr Gerät und ihre Männer waren getarnt und versteckt vor dem Tag des Ansturmes und alles sah nach einem perfekten Plan aus der durchaus das Ende der Bären hätte einläuten können. Als denn die Horde auf Bärock zustürmte schrie einer der Aussichtsposten: "Hörner! Ich sehe ein Geweih!!!" Nach wenigen Minuten und vielen ungläubigen Blicken hatten die Bären die Gewissheit: Niemand anderes als der Kitzmann war der Angreifer. Bis heute weiß keiner wie er den Feen entkommen, das Bier vergiften und einen derart vernichtenden Angriff auf die Mauern Bärocks unbemerkt vorbereiten konnte. Aber es half alles nichts. Wütende Angriffe prasselten auf die Wehranlagen der Stadt ein wie Regen auf ein Dach.


Doch obwohl die Bären dezimiert waren so schafften sie es doch die Mauern zu halten. Das war die Zeit die die Boten aus der Stadt brauchten um die umliegenden Provinzen zu erreichen und von dort weitere Truppen mitzubringen. Unter Führung von Kalendor dem VI. und Eoh dem VII. bildeten die Verstärkungen aus Oetten, der Kalendret, Eohwig und der Fleischau ein Heerlager bei Bärock und brachen drei Tage nach dem ersten Angriff den Belagerungsring des Kitzmannes. Wieder zog er sich zurück in die Wälder, allerdings nahm er den Weg über das nun schutzlose Rawaldingen und zerstörte weite Teile der Stadt. Die nächsten 300 Jahre folgte ein grausamer Krieg. Oft griff der Kitzmann in den Provinzen oder manchmal sogar Bärock selbst an. Unsicher waren Wälder und Wege und allerley fremdes Volk drängte sich nach Bärock so dass die Bären lange Zeit ihr Land nur in der Nähe der Städte beherrschten. Lange könnte man erzählen von den einzelnen Feldzügen und Gefechten dieser Zeit die oft den Sieg, aber auch den Tod vieler Bären brachten.

Bärige Anstrengungen waren nötig um langsam und sorgfältig, Schritt für Schritt wieder die Kontrolle über das Land zu bekommen. Die Bären fingen an die Wälder zu säubern und von den Provinzen aus wurde die Außengrenze wieder besser überwacht so dass es über Jahrzehnte nach und nach gelang das Land wieder zu befrieden. Der Kitzmann aber wurde nicht mehr gesehen und so nahmen die Bären an er sei fort gegangen für jetzt und immerdar. Nun Sprach der König zu seinem Volk: "Seht her, die meisten von euch waren noch nicht geboren als der Krieg begann und ich war noch nicht König. Doch haben wir nach langem Kampf einen Sieg errungen der keiner ist. Sehet an unser Land Bärock, wie es verrottet und verbrennt. Sehet die Verwüstung und die Abwesenheit von Schönheit, Ruhe und Sicherheit. Lange werden wir brauchen um die Wunden unseres Landes und unserer Seelen zu heilen doch wollen wir nicht dass das vergeblich ist. Ich werde deshalb die Feen bitten uns zu helfen. Den Sieg und den Frieden haben wir alleine errungen, doch weiß ich nicht wie lange wir ihn verteidigen können ohne Hilfe. Es bricht mir das Herz und den Stolz aber wir werden um diese Hilfe bitten." Die Bären dachten wie ihr König. Sie waren zwar traurig über diese Erkenntnis aber selbst ein Bär hat irgendwann genug vom Kampf und noch viel schneller vom Leid. Und so machte sich der König auf, die gefährliche Reise durch das Portal anzutreten. Und er ging. Und er kam zurück. Mit sich brachte er drei Feen, die einen leuchtenden Stein trugen. Und eine der Feen begann zu sprechen: "Wir wollen diesen Stein hier platzieren in dem was vor dem Krieg die Feste Beorns war. Der Stein wird stehen in der Nähe des Portals und wird für Frieden sorgen in einem weiten Umkreis." So geschah es. Die Feen bleiben zwar nicht dort, jedenfalls nicht sichtbar. Aber wann immer Gefahr drohte erschienen sie und beschützten den Stein. Und tatsächlich besänftigte der Stein alle Seelen, die sich in seiner Nähe aufhielten und verhinderte Missetaten und Unheil.


Wann immer nun die Bären angegriffen wurden so konnten sie sich zu ihrem Stein zurückziehen. Die Feinde konnten ihnen zwar folgen doch in Reichweite des Steines waren sie fromm wie Lämmer. Und so endete der zweite Kitzkrieg. Der Stein reichte am Anfang weit genug um weite Teile des Landes zu schützen, aber über die Jahrhunderte ließ seine Kraft nach bis er nur noch die Ruine der Festung schützte. So wurde den Bären eine lange Zeit der Ruhe gegönnt und das Land wurde wieder aufgebaut. Die alten Freundschaften wurden erneuert und die Zahl der Bären erhöhte sich wieder. Fast ein Jahrtausend lang geschah wenig bemerkenswertes. Aber man konnte trotzdem merken dass die alten Zeiten vorbei waren. Denn die Bären wurden immer kurzlebiger, kleiner und schwächer so dass man sie heute kaum noch von den Menschen unterscheiden kann. Alles in allem genommen wurde es aber immer ruhiger und friedlicher, so dass die Bären neue Hoffnung schöpften. Sicher gab es den einen oder anderen Zwischenfall, und die Gerüchte um den Kitzmann rissen nie ab.

Eines Nachts geschah etwas Schreckliches. Unbekannte Meuchler drangen in das Herz Bärocks ein und ermordeten den König. überall in der Stadt verübten Spione Anschläge auf wichtige Einrichtungen, so wurden die wichtigsten Brunnen vergiftet und einige Stadttore sabotiert. Niemand wusste mehr wem man trauen kann und so nahmen die ACHT Leibwächter des Königs seine ACHT Symbole der Macht und trugen sie in das Feentor. Sie hatten zwar versagt in ihrer Pflicht die Person des Königs zu schützen, doch immerhin schützten sie sein Amt indem sie die Insignien der Königswürde dem Zugriff des unbekannten Angreifers entzogen. Seit dem wurden weder sie noch die Insignien jemals wieder gesehen. Nicht lange blieb der Angreifer unerkannt, denn nach den Wirren der ersten blutigen Nacht in den Straßen Bärocks gestand ein Gefangener Spion, für den Kitzmann zu arbeiten. Er war also zurückgekehrt, der schlimmste Feind der Bären. Und doch war er einst einer von ihnen. Wie konnte solcher Hass entstehen? Er ließ durch Boten ausrichten dass er nun die Herrschaft über alle Bären fordere und beanspruchte die Insignien der Macht für sich. Doch diese waren bekanntlich in Sicherheit im Nirgendwo der Anderswelten. Es vergingen seitdem fast hundert Jahre des verdeckten Krieges. Der Kitzmann wagte keine offene Feldschlacht mehr gegen die Bären und er versuchte auch nicht erneut Bärock zu nehmen. Stattdessen fand der Krieg im Kleinen statt. šberfälle auf Siedlungen, Terror im Wald und Meuchler in der Nacht zeichneten das Bild des dritten Kitzkrieges. In jüngster Zeit, vor wenigen Sommern zur Zeit des Ahnenfestes im Herbst erst gelang es den Bären mit Hilfe von Freunden und Verbündeten, das letzte Fass vergiftetes Bier von damals zu finden und zu vernichten, was den Geistern der toten Ahnen endlich Ruhe und Frieden verschaffte und die Gegend rund um die Alte Feste bedeutend sicherer machte. Doch kaum ein Jahr später, als man wieder mit Freunden das Ahnenfest feierte, geschah etwas Schreckliches. Der Kitzmann hatte einen Verbündeten gefunden mit dessen Hilfe er das Artefakt des Friedens vollständig wirkungslos machen konnte. Gemeinsam versuchten sie mit ein paar Elitekriegern der Kitzhorde die anwesenden Bären und ihre Freunde zu besiegen, doch ein rascher Hilferuf rief die drei Feen herbei die dem Artefakt neue Kraft verschafften. So konnte auch dieser Plan des Kitzmannes vereitelt werden. Im darauf folgenden Sommer beschlossen die Bären anzugreifen. Sie sammelten ihre Truppen da sie ein Heer des Kitzmannes entdeckt hatten. Doch der entscheidende Zusammenstoß kam weiter südlich, in der Nähe von Rawaldingen. Dort waren viele Krieger der Ingolfsgarde und ihre Freunde und Verbündeten. Und sie hatten eine mächtige Waffe, das Schwert Echolor. Die Geschichte dieser Waffe soll woanders erzählt werden. Tatsache ist dass der Kitzmann diese Waffe bekommen wollte und bei einem direkten Angriff auf das Bärenlager im Kampf mit den Bären fiel. Die genauen Umstände sind bis heute nur den Teilnehmern dieses Gefechts bekannt. Damit endete der dritte Kitzkrieg und ebenfalls meine Erzählung.


Der Verfasser dieses Textes ist leider unbekannt, doch muss er vor kurzem noch gelebt haben da er sonst nicht über die Ereignisse des vergangen Sommers hätte berichten können.